Waldbrände haben genug Unheil in Portugal und der Welt angerichtet. Es ist Zeit, das Problem zu lösen, statt es auszusitzen. Die Klimakrise lösen heißt auch, Resilienz (auch Widerstand) zu leisten.
In Portugal habe ich mit dem Feuer intensive Bekanntschaft gemacht. Im September 2003 war ich im Begriff, ein Feuer zu löschen. Ich hatte nur eine 5-Liter Trinkwasserflasche mitgenommen für den Tag. Es gab dann nur zwei Möglichkeiten, entweder weglaufen oder das bisschen Wasser zu benutzen, um den beginnenden Waldbrand zu verhindern. Mein T-Shirt hatte bereits am rechten Ärmel Feuer gefangen und ich hatte keine andere Möglichkeit, als das Feuer zu löschen. Dann kam ein Freund zurück und brachte eine weitere 5-Liter Wasserflasche. Damit löschten wir das Feuer gemeinsam, das ein Nachbar allein gelassen hatte, weil er Reste von Buschwerk verbrennen wollte. Dafür nehmen wir heute einen Schredder und produzieren Mulch.
1991, 2003, 2004, 2016, 2018. Fünf Waldbrände habe ich überlebt und deswegen kam mir eine Idee. Wir sind dabei, einen neuen Botanischen Waldgarten in Caldas de Monchique zu pflanzen. Und genau da dachte ich mir, ich werde nur Bäume pflanzen, wenn ich sie auch beschützen kann. So nahm ich mir nach dem Feuer von 2018 einen Stift und ein Blatt Papier und zeichnete meine Idee und der Plan zu einem Sprinklersystem nahm Gestalt an. Jedes Jahr im Frühsommer, wenn es heiß wird, platzt die schlecht verheilte Brandwunde an meinem rechten Oberarm auf und ich kann sie mit ein wenig Aloe Vera wieder beruhigen. Das dauert dann immer rund eine Woche, bis die neue Haut gewachsen ist.
Leichtigkeit und Sicherheit sind zwei Eigenschaften, die mich jetzt durch diese Welt begleiten. Dazu gehört seit kurzem auch WetNet, die Idee und der Plan, den ich auf einem Blatt Papier gezeichnet habe und das Jeremy Walton dann erstmals im Botanischen Waldgarten von Caldas de Monchique in die Praxis umgesetzt hat. Seitdem arbeiten wir zusammen.
Warum machen wir das? Weil wir’s können. Weil wir neugierig geblieben sind und immer wieder neue Sachen ausprobieren. Wir lassen es regnen, wenn ein Waldbrand das nächste Mal zu uns kommt und die Natur, den neu gepflanzten Wald zerstören will. Wir haben mehrere Zisternen gebaut, in die wir das Regenwasser des Winters für den nächsten Sommer stauen. Damit haben wir Löschwasser, um eventuelle Waldbrände zu löschen. Wir trotzen der Klimakrise mit Ideen und Kreativität. WetNet ist auf diese Weise zu unserem steten Begleiter geworden. Wir lassen uns nicht mehr vom Feuer überraschen. Wir geben dem Waldbrand keine Chance. Mach mit bei uns.
WetNet ist gedacht für Waldgrundstücke mit altem oder neuem wertvollem Baumbestand und Grundstücken mit Häusern ab einem Hektar, der/die geschützt werden sollen, durch Sprinklersysteme. Wir sind mittlerweile auch in der Lage „gross“ zu denken. Auch Kommunen und Dörfer können wir mit WetNet vor dem Abbrennen schützen. Notwendig sind ein Wasser-Reservoir und mindestens ein Dutzend Sprinkler…
Text von Uwe Heitkamp
Fernsehjournalist
Web Design e Layout: Jeremy Walton
Gärtner, Computertechniker